Das skurrile 425 PS Öko-Monster Dienstag, 4. März 2014

Es ist so weit. Die neue Regelung für die Normverbrauchsabgabe NoVA ist in Kraft. Neben einer Vereinfachung der Berechnung war es auch ein Ziel dieser Neuregelung, sparsame Autos preislich zu entlasten und spritschluckende Umweltsünder zu „bestrafen“. Ob das gelungen ist, soll ein näherer Blick zeigen.

Einerseits fällt auf, dass das Finanzministerium für das Jahr 2014 mit Mehreinnahmen bei der NoVA in der Höhe von 50 Millionen Euro rechnet. Das legt den Schluss nahe, dass wohl ein großer Teil der Autos teurer werden wird und oft auch Käufer von sparsamen Fahrzeugen zur Kasse gebeten werden. Lt. derStandard.at wird beispielsweise ein VW Golf 1,6 TD mit 105 PS tatsächlich um 503 Euro günstiger (kostet dafür aber dank Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer pro Jahr um 44 Euro mehr…), wohingegen ein Audi A4 1,8 TFSI mit 120 PS um 776 Euro teurer wird. Ist ein Fahrzeug mit einem Normverbrauch von 6,5 l/100km tatsächlich bestrafenswert?

Das Problem bei der neuen NoVA Regelung ist, dass sie aussschließlich auf Basis des Nettopreises berechnet wird. Das führt zu äußerst skurillen Ergebnissen – wie beispielsweise beim Dodge Challenger SRT. Ein spritschluckendes Monster mit 6,1 Litern Hubraum und 425 PS. Dieses ach so umweltfreundliche Gefährt wird um 1.500 Euro billiger!

CO2-Ausstoß pro km im Vergleich: Audi 151 Gramm – Dodge 328 Gramm.

Die NoVA als Lenkungsinstrument zur „Erziehung“ der Autokäufer in Richtung umweltfreundlichere Modelle ist damit ein Märchen. Wenn das wirklich gewünscht wäre, dann müsste es sich bei dieser Abgabe um einen Fixbetrag je Gramm Kohlendioxyd-Ausstoß handeln und müsste unabhängig vom Nettorpreis des Fahrzeuges sein. Tatsächlich geht es bei der Neuregelung offensichtlich in erster Linie wieder nur um Geldbeschaffung.

Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist so aufgebaut, dass es nur durch Wachstum funktioniert. So lange es Wachstum gibt, gibt es Inflation. Eine moderate Teuerungsrate ist ein Indiz für eine funktionierende Wirtschaft. Es freut uns zwar nicht, wenn immer alles teurer wird, aber wir leben damit. In allen Lebensbreichen. Natürlich auch beim Auto. Dass mit steigenden Kosten auch steigende Steuern und Abgaben einhergehen, ist uns klar. Aber man braucht uns doch bitte nicht für dumm verkaufen und uns Erhöhungen unter einem Öko-Deckmäntelchen verkaufen wollen, das sich schon auf den ersten Blick löchriger erweist als ein Schweizer Käse.

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