Die nächste Runde in der Spritpreis-Rallye ist eröffnet Samstag, 15. Februar 2014

Für junge Autofahrer klingt es wahrscheinlich unglaublich. Tatsächlich ist es aber noch gar nicht so lange her, dass Spritpreise viele Wochen oder gar Monate stabil waren und dass Änderungen der Spritpreise mindestens einen Tag im Voraus abends zur besten Sendezeit in den Nachrichten angekündigt wurden.

Dann wurde die Rallye eröffnet. Einen wirklichen Grund dafür gibt es nicht. Auch vor 30 Jahren wurde Erdöl an der Börse gehandelt und auch damals gab es dadurch mehrmals täglich Preisänderungen beim Rohstoff. Trotzdem war der Preis für das Endprodukt stabil. Was war passiert? Hat man in den Zentralen der Erdölkonzerne die Grundregeln der kaufmännischen Kalkulation verlernt? Das ist eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlich erscheint, dass man einen Weg gefunden hat, Preisvergleiche zu erschweren und die Autofahrer noch mehr abzuzocken.

Im Laufe der Jahre nahm die Preis-Rallye immer haarsträubendere Formen an. Aberwitzige Preissprünge in beide Richtungen mehrmals am Tag waren dann irgenwann zu viel. Irgendwann sah sich sogar die Politik trotz geltender freier Marktwirtschaft genötigt, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben. Im Jahr 2009 schließlich trat die Spritpreisverordnung in Kraft, die zwar nach wie vor beliebig viele Preissenkungen am Tag erlaubte, aber nur mehr eine Preiserhöhung um 12:00 Uhr mittags.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung, der uns Autofahrer zumindest etwas vor den Machenschaften der Spritmafia in Schutz nimmt. Aber der große Wurf war das nicht. Es ist nur logisch, was durch diese Verordnung passiert. Die Preise an den Tankstellen werden zur Mittagszeit überproportional erhöht um dann genügend Spielraum für Senkungen in den nächsten 24 Stunden zu haben. Erst kurz vor 12:00 Uhr Mittag wird dann der eigentlich realistische Preis erreicht. Wer nicht die Möglichkeit hat, am Vormittag zur Tankstelle zu fahren – also so ziemlich die gesamte arbeitende Bevölkerung – der zahlt zu viel.

Offensichtlich war man sich selbst von politischer Seite her dessen bewusst, dass das keine optimale Lösung ist. So hat man die Verodnung erst einmal bis Ende 2013 befristet erlassen. Die Zeit verging und schließlich war es so weit, dass die Verordnung kurz vor dem Auslaufen stand. Das war die Chance, mit einer sinnvolleren Lösung eine echte Entlastung der Autofahrer zu erreichen. Aus Ideenlosigkeit wurde die Entscheidung, wie es mit der Spritpreisverordnung weitergehen soll, bis kurz vor Jahresende immer weiter hinausgeschoben. Schließlich wurde die Sache typisch österreichisch gelöst und die Verodnung einfach bis Ende 2016 verlängert. Die Spritpreis-Rallye geht in die nächste Runde.

Gemäß Schätzung des ÖAMTC zahlen wir Autofahrer durch Tanken zum „falschen“ Zeitpunkt pro Jahr um 50 Millionen Euro zu viel. Wenn man bedenkt, dass rund die Hälfte dieser Summe beim Finanzminister landet, dann wundert es nicht, dass es kein echtes Interesse daran gibt, die Situation nachhaltig zu verändern. Daran wird sich auch bis zum Jahr 2016 nichts ändern.

Nächster Beitrag

Zur Kasse bitte

Nächste Woche ist es so weit. Durch die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer werden wieder einmal alle Autofahrer zur Kasse gebeten. Bisher wurde die motorbezogene Versicherungssteuer anhand eines Fixbetrags pro KW berechnet. Die neue Berechnung erfolgt gestaffelt, sodass die Erhöhung Fahrer von leistungsstärkeren Autos härter trifft.

Weiterlesen

Vorheriger Beitrag

Neues Jahr – neues Unglück

Das Jahr 2014 beginnt für die österreichischen Autofahrer wie so viele Jahre in der Vergangenheit auch mit der Ankündigung weiterer Maßnahmen zur steuerlichen Schröpfung von 77% aller österreichischen Haushalte. Rund 300 Millionen Euro pro Jahr soll die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe NoVA und vor allem der motorbezogenen Versicherungssteuer ab dem 1. März 2014 dem Fiskus einbringen…

Weiterlesen