Ein Ausblick auf die künftige Spritpreisentwicklung Sonntag, 28. Dezember 2014

Eine seriöse Vorhersage der weiteren Spritpreis-Entwicklung ist natürlich nicht möglich. Es gibt verschiedene Aussagen von Analysten – von den selben Analysten die durch den aktuellen Preisverfall völlig überrascht wurden. Ein gewisser Trend zeichnet sich dennoch ab. spritbarometer.at wagt eine vorsichtige Prognose.

Ein Blick an die Börse zeigt, dass sich der Preisverfall für das Barrel Öl der Sorte Brent in den letzten 10 Tagen deutlich eingebremst hat. Die Grafik zeit die Preisentwicklung zwischen dem 28. Oktober und dem 26. Dezember 2014 in Euro – damit sind Kursschwankungen zwischen Dollar und Euro darin also bereits berücksichtigt.

Entwicklung Ölpreis 28. Oktober bis 26. Dezember 2014

Im gesamten Betrachtungszeitraum ist der Preis um 28% gefallen, innerhalb der letzten sieben Tage in diesem Zeitraum jedoch sogar um 30 Cent gestiegen. Die orange Trendlinie zeigt ganz deutlich dass dich der Preisverfall abschwächt.

Dieser Trend ist auch an den Zapfsäulen erkennbar. Die Spritpreise sind in der letzten Woche weniger stark gefallen als in den Wochen zuvor.

Rohöl ist derzeit so billig wie seit Mitte 2009 schon nicht mehr. Vergleicht man den heutigen Preis für Benzin und Diesel mit den damaligen Preisen an den Zapfsäulen und rechnet man die Erhöhung der Mineralölsteuersätze vom Jahr 2011 heraus, so gibt es beim derzeitigen Rohölpreis für den Sprit an der Tankstelle noch einen Spielraum von etwa zwei bis drei Cent nach unten.

Das Barrel Öl kostet derzeit knapp unter 60 Dollar. Damit ist die Marke erreicht, die die OPEC Anfang Dezember prognostiziert hat. Das wäre ein Niveau, mit dem sowohl die Saudis als auch andere Produzenten am Persischen Golf leben könnten, wie verlautet wurde. Dass sich der Preisverfall nun einbremst könnte ein Indiz dafür sein, dass die Talsohle tatsächlich erreicht ist. Und es ist davon auszugehen, dass ein weiterer Preisverfall durch die Ölförderländer auch nicht mehr hingenommen wird und bei weiteren Preisstürzen mit einer Reduzierung der Fördermenge dieses Niveau gehalten wird.

Damit liegt der Preis deutlich unter den 80 Dollar je Barrel, der angeblich nötig ist, damit sich die Ölförderung mittels Fracking rentiert. Um ihre Marktposition zu verteidigen und der Fracking-Konkurrenz zu schaden, werden die Öl exportierenden Länder alles daran setzen, den Preis auf einem Niveau zu halten mit dem sie gerade noch leben können und der das Fracking auf längere Sicht unrentabel macht.

Eine vorsichtige Prognose für das kommende Jahr 2015 sieht also so aus, dass sich die Preise wohl auf dem heutigen für Autofahrer erfreulichen Niveau für die nächsten Monate stabilisieren aber nicht mehr dramatisch fallen werden. Mit dieser Aussicht kann das neue Jahr kommen…

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