Ist die Talsohle beim Spritpreis bereits durchschritten? Mittwoch, 11. Februar 2015

Pünktlich zu den Semesterferien sind die Preise an den Zapfsäulen wieder gestiegen. Angesichts der derzeit vergleichsweise niedrigen Preise hält sich die Empörung über diese unverschämte Praxis diesmal in Grenzen. Unabhängig davon deutet einiges darauf hin, dass die Spritpreise ab jetzt wieder anziehen.

Wie in dem Artikel Warum fällt der Ölpreis und wie geht die Preisentwicklung weiter? vom vergangenen November angeführt ist der Überschuss von Öl am Weltmarkt für den Preisverfall der letzten Monate verantwortlich. Durch den Höhenflug des Ölpreises in den vergangenen Jahren wurde das äußerst umstrittene Fracking zur Ölförderung aus wirtschaftlicher Sicht interessant. Um sich von den Abhängigkeit von der OPEC zu befreien wurde in den USA massiv in Fracking-Anlagen investiert.

Der so entstandene Überschuss bei gleichzeitig sinkender Nachfrage hat zum rasanten Verfall des Rohölpreises geführt. Um die verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen hat die OPEC ihre Fördermenge nicht reduziert und so den Preis bewusst weiter in den Keller getrieben. Da die Förderung mittels Fracking wesentlich teurer ist als die klassische Ölförderung sollte die unliebsame Konkurrenz so in Schwierigkeiten gebracht werden.

Der Plan scheint aufzugehen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in den USA bereits 20% der Fracking-Stätten geschlossen, im Jänner ist das erste Unternehmen Pleite gegangen.

Zwar ist immer noch viel zu viel Öl am Markt aber alleine schon die Aussicht auf eine Verknappung ließ den Rohölpreis an der Börse steigen. Kostete das Barrel Brent-Öl im Jänner noch weniger als 50 Dollar steig der Preis in den ersten Februar-Tagen bereits auf zwischenzeitlich über 60 Dollar. Nachdem die ersten Spekulationen über die künftige Entwicklung etwas abgekühlt waren liegt der Preis aktuell bei etwa 58 Dollar und damit um etwa 12 Dollar über dem Tiefststand im Jänner.

Da das Angebot die Nachfrage noch immer enorm übersteigt, wird es wohl nicht zu einer Explosion der Preise kommen. Aber die Anzeichen sprechen dafür, dass die Talsohle bereits durchschritten ist.

So wie es derzeit aussieht werden die Spritpreise in den nächsten Monaten langsam stetig ansteigen. Größere Preissprünge nach oben sind aufgrund der Marktlage momentan nicht zu erwarten. Ein Unsicherheitsfaktor ist der Wechselkurs vom Euro zum Dollar. Verliert der Euro weiterhin im Vergleich zum Dollar könnte der Spritpreis aufgrund dessen stärker ansteigen als durch die Preisentwicklung beim Rohöl.

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