Kommen weitere Zuschläge beim Spritpreis? Dienstag, 16. September 2014

Ganz leise – damit nur nicht zu viel Staub aufgewirbelt wird – wird derzeit über mögliche CO2-Zusatzkosten für Autofahrer disktutiert.

Der Vorschlag dazu kommt ausgerechnet von den deutschen Autoherstellern. Eigentlich profitieren Autohersteller in der Regel ja von günstigen Preisen für Benzin und Diesel. Warum also der Sinneswandel?

Grund für die Vorschläge sind die immer schwieriger zu erreichenden CO2-Reduktionsziele der EU. Da es für die Autobauer immer schwieriger wird, diese Ziele zu erreichen und bei Überschreitung hohe Strafzahlungen anfallen würden, möchten sie diesen Ball gerne an die Tankstellenbetreiber abgeben.

Anstatt die Autohersteller zum Bau von Fahrzeugen mit niedrigerem CO2-Ausstoß zu drängen solle man doch bitte die Mineralölunternehmen in den Handel mit CO2-Zertifikaten einbinden – so lautet die Wunschvorstellung der Hersteller.

Nach Argumentation der Autohersteller sollte der Straßenverkehr ähnlich wie die luftverschmutzende Industrie in den Handel mit Verschmutzungsrechten eingebunden werden. Die Mineralölfirmen müssten in dem Fall CO2-Zertifikate erwerben. Der Mehrpreis würde auf den Spritpreis aufgeschlagen und auf die Autofahrer umgewälzt. Im Gegenzug sollten die CO2-Ziele für die Autobauer gelockert oder womöglich ganz aufgehoben werden. Zugegeben, für die Hersteller eine elegante Lösung, das „Problem“ loszuwerden.

Für uns Autofahrer wird es nicht sehr viel Unterschied machen. Schaffen es die Autohersteller nicht, die strenger werdenden Vorschriften zu erfüllen und werden damit die Strafzahlungen fällig, dann werden sich diese mit Sicherheit auf den Preis neuer Fahrzeuge auswirken. Die Zeche zahlt also so oder so der Autofahrer.

Aber wenn die Preise für Neuwagen steigen, dann verschiebt man eine geplante Anschaffung eben vielleicht um ein Jahr. Ein höherer Spritpreis hingegen schmerzt jeden Tag und kommt uns unterm Strich sicherlich teurer.

Der größe Verlierer aber wäre die Umwelt. Wenn sich die Autohersteller mit Ihrer Forderung durchsetzen und EU-weit ein CO2-Zertifikatshandel für Treibstoffe eingeführt wird, dann spült dies enorme Summen in die Kassen der EU-Staaten, die damit zufriedengestellt sind. Die Fahrzeughersteller sind dann nicht mehr gesetzlich gefordert, den Verbrauch und damit einhergehend den Schadstoff-Ausstoß zu reduzieren. Eine positive Entwicklung wird gestoppt und die Rechnung übernehmen wir Autofahrer. Bleibt nur zu hoffen, dass der Plan nicht aufgeht und dieser Forderung nicht nachgekommen wird.

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