Spritschonend fahren dank richtiger Bereifung Montag, 23. September 2013
Gastartikel von

Die Fahrt zur Tankstelle macht schon lange keinen Spaß mehr. Kein Autofahrer würde an dieser Stelle wohl ernsthaft widersprechen wollen. Selbst der Umweg zu einer günstigeren Zapfsäule lohnt sich kaum noch. Dank hoher Benzinpreise ist das die aktuelle Lage. Warum das so ist, ist die eine Frage. Die andere, wie man mit dieser Situation nun am besten umgeht.

Fahren und sparen!

Spritschonend fahren lautet dabei das Zauberwort. Aufzuhören damit, den teuren Treibstoff literweise ohne Sinn und Verstand buchstäblich durch den Auspuff zu jagen. Denn wer sparsam und bewusst fährt, kann den Benzinverbrauch um bis zu ein Viertel reduzieren – und damit auch gleichzeitig für eine verbesserte CO2-Emmission und niedrigere Feinstaubbelastung Sorge tragen. Untersuchungen des deutschen Umweltbundesamts beweisen solche Sparerfolge mittels Vergleichsfahrten. Den meisten unter uns ist diese Erkenntnis jedoch längst nicht unbekannt. Doch dass die richtige Bereifung dabei auch eine wichtige Rolle spielt, vielleicht schon. Keine große Überraschung eigentlich, denkt man nur einmal an die vielseitige Aufgaben, die Reifen bei der Fahrzeugführung haben: Tragen, Federn, Dämpfen, Führen, Bremsen, Beschleunigen etc. Pneus in guter Qualität sind also in jedem Fall unabdingbar. Mehr noch, mit der richtigen Handhabung können sie dabei helfen, die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen.

Den Reifendruck regelmäßig checken

Ein ganz wesentlicher Punkt, der häufig unterschätzt wird, ist der richtige Reifendruck. Es gilt, ihn in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Je niedriger der Luftdruck in den Reifen ist, umso mehr erhöht sich der Rollwiderstand (weil sich der nicht korrekt aufgepumpte Reifen im Bereich der Kontaktfläche mit der Straße stärker verformt) und damit übrigens auch der Verschleiß. Das wiederum treibt den Benzinverbrauch des Fahrzeugs erheblich in die Höhe und sorgt mit zunehmender Geschwindigkeit für unnötig laute Abrollgeräusche. Schon ein Minderdruck von 0,2 bar führt zu diesen Anzeichen. Vor allem wenn das Auto schwer beladen ist, muss der Reifendruck regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert bzw. leicht angehoben werden. Unter keinen Umständen dürfen die Pneus zu schwach aufgepumpt sein. Hinweise dazu findet man in den Empfehlungen der Fahrzeughersteller (oft in der Bedienungsanleitung, auf der Innenseite der Tankklappe oder an der Fahrertür innen).

Spritsparreifen – Die Umwelt und den Geldbeutel schonen

Eine zweite Möglichkeit, mit der richtigen Bereifung spürbare Benzinersparnis zu erzielen, stellt die Verwendung von Leichtlaufreifen dar. Noch nie gehört? In aller Kürze also erklärt: Leichtlaufreifen, auch Öko- und Spritsparreifen oder grüne Reifen genannt, weisen im Vergleich zu herkömmlichen Reifen einen reduzierten Rollwiderstand auf, benötigen folglich weniger Energie und wirken sich damit positiv auf den Spritverbrauch aus. Niedrige Geräuschkulisse inklusive. Ähnlich dem Prinzip, wie es auch bei korrekt aufgepumpten Reifen der Fall ist. Moderne Technologien machen’s möglich: Der Leichtlaufreifen verdankt sein Einsparpotential unter anderem einer speziellen, härteren Gummimischung, einer steiferen Karkasse und einer glatten Lauffläche. Zu den sogenannten rollwiderstandsoptimierten Modellen gehören zum Beispiel der Michelin Energy Saver, der Goodyear EfficientGrip oder der Continental EcoContact 3.

Laut der Deutschen Energie-Agentur können bei Beachtung dieser beiden Punkte – Verwendung von Ökoreifen und Beachtung des korrekten Reifendrucks – je nach Fahrzeugtyp und gefahrenen Kilometern gut und gerne 100 Euro jährlich zusammenkommen, die ohne große Anstrengung eingespart werden. Die Autoindustrie rüstet Neuwagen in der Regel bereits mit Leichtlaufreifen aus. Und für alle, die sich ohnehin einen neuen Satz kaufen wollen stellen sie eine umweltschonende Alternative dar. Der jährliche Reifenwechsel steht ja schließlich an.

Kehrseite: Kompromiss zwischen Rollwiderstand und Nassgriff

Wie so oft, gibt es jedoch auch in diesem Fall eine Kehrseite der Medaille, die man darf nicht außer Acht lassen sollte, auch wenn das Einsparpotential noch so verlockend scheint. Denn Ökoreifen haben bei Nässe ein Problem mit der Haftung und – so wollen es die physikalischen Gesetze – neigen auf nassem Belag zu längeren Bremswegen. Früher mehr noch als heute und die neuste Generation an Spritsparreifen weiß diesen Konflikt auch oftmals schon entsprechend zu bekämpfen, doch um ein Rundum-Sorglos-Paket handelt es sich (noch) nicht in jedem der Fälle, so viel steht fest. Deswegen sollte man sich vor dem Kauf über die Testergebnisse seines Wunschmodells genauer informieren.

Bewusste Fahrweise ist das A und O

Abschließend sollte man nicht vergessen, dass vor allem die richtige Verhaltensweise beim Autofahren selbst maßgeblich zum Spritverbrauch beiträgt. Deswegen am besten nicht rasen, denn dass mit zunehmender Geschwindigkeit auch der Benzinverbrauch steigt, versteht sich ja von selbst (einmal abgesehen von Bußgeldstrafe, die man für zu schnelles Fahren riskiert). Motor abstellen, wenn das Auto länger als zwei Minuten hält. Vorausschauend und flüssig fahren, mit genügend Abstand zum Vordermann. Elektrische Geräte (Klimaanlage, Autoradio etc.) mit Bedacht verwenden und nur wenn nötig einschalten. Zusätzliches Gewicht durch überflüssigen Ballast vermeiden. Und selbstverständlich muss sich das Fahrzeug immer in einem technisch einwandfreien Zustand befinden. Also seinen Auto regelmäßig checken, den Kofferraum entrümpeln und ruhig mal auf seinen Lieblingssong beim Fahren verzichten. Seltenere Tankstopps sind die Belohnung. Experten empfehlen außerdem den Einsatz von Leichtlaufölen. Es handelt sich dabei um Motoröle, die den mechanischen Reibungsverlust verringern. Auch das spart Benzin.

Ansonsten sollte man natürlich auch stets überlegen, ob man anstelle des Pkw nicht auch den Bus oder das Fahrrad nehmen kann, Fahrgemeinschaften gründet oder Kurzstrecken ganz klassisch zu Fuß bewältigt. Mitunter spart man dabei nicht nur Sprit und sorgt für verbesserte CO2-Werte, sondern ist sogar schneller. Simpel, aber wirksam.

Dietmar Töpfer ist Reifenexperte beim Online-Handel Tirendo. Seine jahrelange Erfahrung teilt er regelmäßig auf verschiedenen Blogs im In- und Ausland.

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