Was taugt der Opel Ampera? Samstag, 13. Juli 2013

Der ÖAMTC hat den Opel Ampera ein Jahr lang in der Praxis getestet und das Ergebnis dieses Praxistest in der Ausgabe vom Juni 2013 des auto touring Magazins veröffentlicht. Grund genug für einen näheren Blick.

Opel Ampera

Um es kurz zu machen: die ÖAMTC-Tester waren von dem Antriebskonzept begeistert. Die wenigen Kritikpunkte, die angeführt werden, haben nichts mit der Technik an sich zu tun. Kritisiert wurde zum Beispiel das futuristische Design für Anzeigen und Bedienung, das zu Lasten der Übersicht und der Ergonomie geht. Weiters die schlechte Heizleistung und die Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen sowie das häufige Aufsitzen durch eine zu tief gezogene Frontspoiler-Lippe. Außerdem wurde die schlechte Rundumsicht bemängelt.

Ansonsten große Zufriedenheit. Zitat aus dem Artikel: „Überzeugend und ausgereift funktioniert beim Ampera der Alltagsbetrieb – eigentlich verwunderlich für ein vollkommen neues Konzept mit seinem komplizierten Zusammenspiel der unterschiedlichen Komponenten“.

Überzeugt hat die Tester die rein elektrische Reichweite. 90 Kilometer wurden von den Testern unter idealen Bedingungen erreicht. Das Erfreuliche daran ist, dass genau die gleiche Reichweite auch nach einem Jahr Dauertest erreicht wurde. Die Batterien haben also offensichtlich nichts an Leistung eingebüsst. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Batterien maximal nur bis zu 70 Prozent entleert werden (lt. einem Testbericht von Auto Motor und Sport).

Opel AmperaIm Gegensatz zu „herkömmlichen“ Hybridfahrzeugen treibt der Benzinmotor des Ampera die Räder niemals direkt an sondern erzeugt nur den Strom für den Elektromotor. Der Antrieb erfolgt immer stufenlos elektrisch, es besteht keine direkte mechanische Verbindung vom Motor über die Antriebseinheit zu den Rädern. Die Drehzal des Motors ist damit von der Leistungsanforderung mehr oder weniger unabhängig. Der Verbrennungsmotor läuft immer in einem verbrauchsoptimalen Drehzalbereich, wobei die Drehzahl je nach benötigter Leistung in vier Stufen geregelt wird (Quelle: Opel).

Ein besonderer Clou ist, dass man sich die Akkuladung „aufsparen“ kann. Im Modus „Halten“ springt sofort der Benziner an. Geht es auf die Autobahn kann man sich so den Strom in den Akkus aufheben bis man wieder Stadtgebiet erreicht und dort dann rein elektrisch fahren, anstatt die Ladung der Akkus auf den ersten Autobahnkilometern zu verbrauchen.

In der Praxis hat der ÖAMTC so einen kombinierten Verbrauch von 4,0 Litern auf 100km und eine Reichweite von 633km gesamt (eine Akkuladung und ein kompletter Tankinhalt) ermittelt. Bei reinem „Benzinbetrieb“ wurde ein Verbrauch von 6,5 Litern erreicht – dabei muss man bedenken, dass der Ampera alleine schon 200kg an Batterien mit sich herumschleppen muss.

Laut VCÖ sind zwei Drittel aller Autofahrten in Österreich kürzer als 10 Kilometer. Macht inkl. Rückweg also weniger als 20km. Eine solche Distanz sollte der Ampera auch bei eisigen Temperaturen im Winter und mit voll aufgedrehter Heizung rein elektrisch schaffen. So könnte sich im Alltag eines österreichischen Durchschnitts-Autofahrers vielleicht sogar ein noch geringerer Durchschnittsverbrauch ausgehen.

„Eines der innovativsten Konzepte im Bereich der alternativen Antriebe“ lautet ein Fazit aus dem ÖAMTC-Test. Auto Motor und Sport kommt mit Blick auf den hohen Preis zu dem Schluss: „Mit strenger Rechnerei wird man diesem faszinierenden Technikobjekt so wenig gerecht wie einem Aston Martin mit Dezibel-Messwerten. Sicherlich gibt es im Bereich des Verbrenners, der Bedienung und dem Preis noch Potenzial, aber so viel Elektroauto mit so wenig Reue gab es bisher noch nie.“.

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