Wer will schon einen Elektro-Porsche? Mittwoch, 20. August 2014

Technisch ist der Porsche Panamera S E-Hybrid ein Leckerbissen. Bis zu 135 km/h sind im reinen Elektrobetrieb drinnen. Und das bei einem 2 Tonnen Schwergewicht. Der Normverbrauch liegt bei 3,1 l/100km. Die Frage aber ist: Wer will so ein Auto?

Porsche Panamera S E-Hybrid

Kauft sich jemand, dem die Umwelt wirklich am Herzen liegt, so ein Fahrzeug? Oder nicht doch eher einen vernünftigen Kleinwagen? Will ein Porsche-Kunde, der weit jenseits von 100.000 Euro für einen Sportwagen hinlegt, einen Hybrid? Oder nicht doch lieber den typischen V8-Sound?

Der Porsche Panamera S E-Hybrid dient hier nur als Beispiel für eine seltsame Fahrzeug-Gattung bei der man sich fragt, welche Käuferschicht damit angesprochen werden soll.

Die Antwort ist so banal wie befremdlich. Am 25. Februar 2014 hat das EU-Parlament den bereits im November 2013 ausgehandelten Kompromiss für die weitere Begrenzung des CO2-Ausstoßes von Neuwagen in der EU formal beschlossen. Demnach dürfen ab 2020 neue PKW durchschnittlich nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Auf den ersten Blick eine sehr sinnvolle Regelung. Das Problem dabei ist aber, dass für die Berechnung des CO2-Ausstosses nicht der tatsächliche Durchschnittsverbrauch anhand der Verkäufe herangezogen wird sondern der so genannte Flottenverbrauch. Das ist der durchschnittliche Verbrauch aller Fahrzeuge eines Herstellers – unabhängig von den Verkaufszahlen. Das bedeutet, dass ein Fahrzeug nur auf der Preisliste stehen muss, um die Zielvorgabe zu erreichen. Ob davon auch nur ein einziges Stück verkauft wird, spielt keine Rolle. So können Fahrzeughersteller mit einigen wenigen Modellen den Schnitt so weit drücken, dass sie sich teure Strafzahlungen ersparen können. Heraus kommen dabei auch Fahrzeuge wie der Porsche Panamera S E-Hybrid, bei denen sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit stellt.

Die Frage wer solche Autos braucht lässt sich also ganz einfach beantworten: die Hersteller.

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