Wie teuer ist Autofahren in Deutschland im Vergleich zu Österreich wirklich? Mittwoch, 18. Dezember 2013

Oder anders herum gefragt: Fahren wir in Österreich billiger als unser Nachbarn?

Es scheint sinnlos zu sein sich diese Frage zu stellen. Natürlich ist Sprit in Deutschland teurer als in Österreich. Grenznahe Orte wissen über den Tanktourismus ein Lied zu singen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit…

Klar ist Sprit bei unseren Nachbarn teurer.  Der Europa-Spritpreisvergleich des ARBÖ weist für den 11.12.2013 für Normalbenzin einen durchschnittlichen Preisunterschied von 15 Cent je Liter oder ein Plus von mehr als 11% aus.

Vergleich Spritpreis Deutschland Österreich

Bei einem Verbrauch von 7 l/100 km und einer jährlichen Fahrleistung von 12.000 km macht das bei diesen Preisen Mehrkosten von 126 Euro für einen deutschen Autofahrer im Vergleich zu einem österreichischen Autofahrer aus. Ist damit die Frage schon beantwortet? Nicht ganz.

Die Kosten fürs Autofahren bestehen ja nicht nur aus den Spritkosten. Irgendwann einmal muss man sich das Auto ja auch kaufen. Ein durschnittlicher Golf kostet beim Neukauf in Österreich über den Daumen gepeilt in etwa 1.000 Euro mehr als in Deutschland. Der Mehrpreis kommt aufgrund der Normverbrauchsabgabe, des CO2-Malus und der geringfügig höheren Mehrwertsteuer zustande. Der Autofahrer in Österreich zahlt also vom Start weg erst einmal mehr als in Deutschland.

Wenn wir bei diesem Rechenbeispiel bleiben so dauert es bei einem Mehrpreis für die Anschaffung von 1.000 Euro und bei einer jährlichen Ersparnis von 126 Euro bei den Spritkosten ganze 8 Jahre bis wir den höheren Anschaffungspreis durch den günstigeren Spritpreis wieder herinnen haben.

Und dann gibt es da noch die KFZ-Steuer… Diese kostet bei unserem Durchschnitts-Golf in Österreich in etwa 150 Euro mehr als bei unseren Nachbarn. Unterm Strich zahlen wir in unserem Rechenbeispiel in Österreich also sogar noch ca. 25 Euro  im Jahr mehr als in Deutschland – und das trotz höherem Anschaffungspreis.

Anders herum ausgedrückt: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 km würde der deutsche Autofahrer erst nach sechs Jahren in Summe teurer fahren als in Österreich. Und die wenigsten Autofahrer legen solche Strecken zurück. Bei 15.000 km im Jahr dauert es übrigens 133 Jahre…

Das scheinbar Offensichtliche ist nicht immer auch das Richtige. Ein genauerer Blick lohnt sich also. Selbst wenn wir uns natürlich über den günstigeren Spritpreis freuen so fahren die meisten von uns dennoch teurer als unsere deutschen Nachbarn. Nur bei absoluten Vielfahrern sieht es anders aus.

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