Woher sollen all die Batterien für die E-Autos kommen? Mittwoch, 21. Dezember 2016

Schenkt man den Prognosen Glauben, so lässt sich die Elektromobilität nicht mehr aufhalten. Für ein Massenprodukt sind Elektroautos derzeit aber noch zu teuer – und das liegt vor allem an den Batterien. Die Produktion größerer Stückzahlen zu günstigeren Preisen ist eine der ganz großen Hürden, die noch zu nehmen ist, um den Stromern zum großen Durchbruch zu verhelfen.

Die Autobauer überschlagen sich derzeit förmlich mit Ankündigungen neuer E-Modelle. Eine entscheidende Frage bleibt bei all diesen Ankündigungen aber unbeantwortet: Woher sollen die Batterien kommen?

Während die meißten Hersteller diesen Ball offensichtlich nur allzu gerne an die Zulieferer abgeben hat man beim Elektroauto-Pionier Tesla die Problematik längst erkannt und entsprechend reagiert. Bereits im Juni 2014 erfolgte mitten in der Wüste von Nevada der Spatenstich zum Bau der Tesla Gigafactory, einer gigantischen Batteriefabrik, in die Tesla gemeinsam mit Panasonic und anderen strategischen Partnern etwa fünf Milliarden US-Dollar investieren will.

Im bereits fertiggestellten Teil werden schon seit Herbst 2015 Zellen für die Tesla Powerwalls zusammengebaut, die eigentliche Zellproduktion soll bereits in den nächsten Monaten begonnen werden. Im Jahr 2018 soll die Gigafactory seine volle Kapazität erreichen und dann jährlich mehr Lithium-Ionen-Batterien produzieren als im Jahr 2013 weltweit hergestellt worden sind. Nach Fertigstellung wird die Fabrik das größte Produktionsgebäude der Welt sein.

All das mit dem Ziel, mehr Batterien zu günstigeren Preisen herstellen zu können. Um etwa 30 Prozent sollen die bisherigen Produktionskosten von Batterien mit dieser Fabrik gesenkt werden können. Während andere Hersteller zögern, arbeitet Tesla am günstigen Elektroauto für alle. Die enorme Investition ist zwar ein gewaltiges Risiko – aber bei Tesla ist man eben bereit, solche Risiken einzugehen. Dies hat man in der Unternehmensgeschichte bereits bewiesen. Als einziger Hersteller setzt Tesla auf Rundzellen und erreicht damit eine etwa um 60% höhere Energiedichte als alle anderen Autohersteller. Und anstatt wie andere Autobauer darauf zu warten, dass Ladestationen zur Verfügung stehen, baut man selbst welche. Nun zieht man eben auch noch eine gigantische Batteriefabrik hoch.

Dieser Mut zum Risiko hat dem Newcomer Tesla in einem für die Autoindustrie sehr kurzen Zeitraum einen Vorsprung von mehreren Jahren gegenüber den etablierten Herstellern eingebracht. Bis die Ende September auf dem Automobilsalon in Paris vorgestellten Elektroautos deutscher Herkunft, die Tesla Paroli bieten sollen, auf die Straße kommen, vergehen noch rund zwei Jahre. Zeit, in der Tesla seinen Vorsprung weiter ausbauen wird. So, wie es derzeit aussieht, ist im Moment einzig und allein Tesla in der Lage, das E-Auto aus der Nische in den Massenmarkt zu holen.

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